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19.2.2006

Die Stiftung Brote und Fische
Beitrag von Dr. Heinz Stralla, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Ev. Auferstehungsgemeinde Mainz

Die Auferstehungsgemeinde hat im Jahr 2003 eine Stiftung gegründet. Wie ist es dazu gekommen? Wo stehen wir jetzt mit unserer Gemeindestiftung und wie geht es weiter?

Wir erleben dankbar ein intensives und wachsendes Gemeindeleben. Seit über 15 Jahren ist dabei der Bereich der gemeindebezogenen Kinder- und Jugendarbeit ein Schwerpunkt bei uns. Wir haben Menschen eingestellt, um hier zusammen mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden etwas zu entwickeln. Die Menschen, die in der Gemeinde leben und mittun, sind unser wichtigstes Kapital.

Damit das geht, wird natürlich auch Geld benötigt. Schon seit langem gehört es für uns dazu, dass wir einen großen Teil von Gemeindearbeit über Spenden finanzieren. Angesichts der Tatsache, dass es sich bereits vor Jahren abzeichnete, dass die Kirchensteuermittel zurückgehen werden, suchten wir im Kirchenvorstand neben Steuermitteln und direkten Spenden nach weiteren Möglichkeiten für eine zuverlässige Finanzierung. Propst Dr. Schütz empfahl uns vor etwa 4 Jahren, über die Gründung einer Stiftung nachzudenken. Das haben wir getan. Einigen im Kirchenvorstand war der Gedanke zunächst fremd. Herr Bieber von der EKHN hat uns beraten und ermutigt. Im November 2003 war es dann soweit gewesen: Wir haben die Stiftung Brote und Fische gegründet.

Die Gründung der Stiftung fiel in eine Zeit, in der deutlich wurde, dass wir für die laufende Arbeit zurückgehende Steuerzuweisungen haben werden und deshalb erhöhte direkte Spenden benötigten, um die laufende Arbeit fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Das hat natürlich die Entwicklung der Stiftung stark beeinflusst. In den letzen 2 Jahren war es eindeutig unser Schwerpunkt, Spenden direkt für die Gemeindearbeit, insbesondere für die Stellenfinanzierung, zu gewinnen. Die Stiftung musste hier naturgemäß erst einmal zurückstehen.

Trotz dieser für die Stiftung etwas ungünstigen Konstellation ist die Stiftung gewachsen. Gestartet sind wir mit rund 9.300 Euro, und nun haben wir ein Kapital von rund 47.000 € in der Stiftung. Die Zinserträge für das letzen Jahr betragen rund 1.700 €. Damit kann sich wirklich sehen lassen. Der Kirchenvorstand ist dankbar, dass es die Stiftung gibt.

Was können wir aus unseren Erfahrungen für uns ableiten, was können wir davon als Empfehlung an andere Gemeinden weitergeben? 3 Punkte möchte ich heute nennen.

  1. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass direktes Spenden und Stiften sich nicht ausschließen. Selbst wenn erhöht direkte Spenden für Gemeindearbeit benötigt werden, ist die Gründung einer Stiftung sinnvoll. Das kann ich als Empfehlung für Gemeinden aussprechen, die jetzt über die Gründung einer Stiftung nachdenken.

  2. Eine Stiftung wirkt langfristig und nachhaltig. Aber der Nutzen liegt nicht nur in der Zukunft. Von den Erträgen im letzten Jahr konnte bei uns ein Zuschuss für die Beschaffung eines Beamers gegeben werden. Was dieses Jahr mit den Erträgen geschieht, haben wir noch nicht entschieden. Klar ist jedoch: Die Stiftung ist schon jetzt unmittelbar wirksam. Wir haben bereits jetzt alle etwas davon.

  3. Es wird nicht unbedingt ein hohes Startkapital benötigt – schön, wenn eines da ist, z. B. eine Erbschaft oder ähnliches. Es ist jedenfalls möglich, dass eine Stiftung viele Zustiftende hat, ganz normale Gemeindeglieder. Wir haben in der Stiftung hier zur Zeit 57 Personen, wobei davon 22 weniger als 500 € zugestiftet haben. Ich möchte heute besonders diese Personen positiv hervorheben. Die größeren Beträge sind natürlich schön und wichtig für eine größere Wirksamkeit, aber wirklich alle können einen Anteil an der Stiftung haben. Das ist das Schöne an einer Gemeindestiftung, dass es möglich ist, dass viele gemeinsam bereits jetzt für die Zukunft Verantwortung zu übernehmen, dass sie Geld zurückzulegen, damit auch die zukünftigen Generationen Gestaltungsspielräume haben.

Für unsere Gemeinde könnte es ein Ziel sein, dass die Stiftung noch etwas bekannter und populärer wird. Nicht jeder muss Stifter sein, aber jeder solle wissen, dass es die Stiftung gibt. Und wir freuen uns über jeden, der dazukommt.

Vielleicht wundern sich einige über den Namen unserer Stiftung. Brote und Fische – was hat es damit auf sich. Es gibt mehrere biblische Bezüge, die uns zu diesem Namen gebracht haben. Einen möchte ich benennen. Bei der Speisung der Fünftausend, die im Johannesevangelium im 6. Kapitel erzählt wird, waren die Jünger in Sorge, weil das Geld zur Versorgung der Menschen nicht reichte. Ein Kind hatte noch 5 Brote und 2 Fische. Jesus nimmt diese Gaben, dankt dafür und lässt sie dann verteilen. Es wurden alle satt. Jesus kann das, was wir mitbringen, gebrauchen - und am Ende haben viele etwas davon. Das ist unser Wunsch, dass die Stiftung „Brote und Fische“ in dieser Weise in Zukunft wirksam sein kann.

Ich danke Ihnen.

Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie >>hier

Bilder zur Eröffnung der Ausstellung finden Sie >> hier

traeger www.ekhn.de www.dwhn.de